SHAADI - Indien zum Träumen

SHAADI ist ein neues Projekt.
Ich weiß noch genau, wie tief berührt meine Freundin war, als sie zum ersten Mal meinen Vortrag Gesichter Indiens sah. Ich war es auch, denn sie überraschte mich mit einem indischen Tanz, bevor ich mit dem Vortrag begann. Daraus entstand augenblicklich der Wunsch, ihren Tanz mehr in den Vortrag zu integrieren und somit unserer gemeinsamen Liebe und Begeisterung für Indien eine neue, erlebbare Form zu geben. Fotografische, musikalische und tänzerisch-szenische Darstellungsmittel sollten zusammenfließen und so den Zauber, mit dem Indien für uns beide verbunden ist, für einen Abend lang lebendig werden lassen. Schon, als wir fasziniert von der neuen Idee noch den entstehenden und wieder entschwindenden Bildern auf der Leinwand zuschauten, huschten erste unklare Vorstellungen durch unsere Köpfe, wie das Ganze wohl aussehen könnte.
Am liebsten hätten wir sofort damit begonnen, aber ich hatte alle Hände voll mit Reisevorbereitungen zu tun um wenige Tage später, diesmal mit dem Fahrrad im Gepäck, wieder einmal in Richtung Indien zu fliegen. Ich wollte über den Karakorum Highway in Pakistan nach China fahren, Tibet durchqueren und von Norden her Nepal erreichen, um Agnes 2 1/2 Monate später in Kathmandu zu treffen. Mein Tibet-Plan kollabierte mit den Unruhen in Xinjiang, ich musste zurück nach Pakistan und erreichte Kathmandu später von New Delhi aus. Auf unserer anschliessenden Wanderung durch den Langtang-Himal hatten wir genügend Zeit, Pläne zu schmieden. Shaadi hatte zwar noch keinen Namen, aber die Ideen, die in die Tagebücher gekritzelt wurden, um nicht vergessen zu werden, wurden immer mehr. Wir hatten beide größte Lust, uns bald mal dranzusetzen und diesen Ideen Gestalt zu geben.
Der Winter brachte dann endlich ein paar Schmuddelwetter-Wochenenden, die Tagebuchnotizen wurden wieder hervorgekramt und Shaadi bekam langsam Struktur und einen passenden Namen. Wir hatten eine riesige Freude an der Umsetzung der Ideen, Teil für Teil wurde fertig und neue Ideen entstanden beim Tun. Die Bildfolge musste teilweise verändert werden, um Raum für das neue Medium zu schaffen, neue Aspekte wie Beleuchtung und andere technische Vorrausetzungen tauchten auf. Musik, die zu den Bildern passt, aber auch zum Thema tanzbar ist, musste ausgesucht werden und Choreographien für die Tanzsequenzen mussten erdacht und einstudiert werden. Einiges, was wir voller Enthusiasmus angingen, stellte sich als nicht durchführbar heraus und musste umgestaltet werden. Aber am Ende hat sich alles gut und stimmig zusammengefügt, wir freuen uns sehr, Shaadi als unser gemeinsames Projekt präsentieren zu können. Agnes Tanz bringt auf wundervolle Weise Bewegung in die Geschichten, die die Fotos erzählen und damit eine ganz neue künstlerische Komponente in die ohnehin schon fernweh-anregende Bilderreise. Es ist eine Freude, zuzuschauen und ich muss aufpassen, mich nicht völlig in meinen Träumen zu verlieren und das Ende gar nicht mehr wahrzunehmen.


Presse nach der Premiere